Den 4. Gigathlon-Sieg in Serie geholt! Aber noch grösser ist die Zufriedenheit mit welcher Lockerheit und mit welchem Genuss ich unterwegs sein konnte! Aber von vorne:
Die Berg-Inline-Strecke am Freitagnachmittag war wie erwartet ziemlich gefährlich, denn viele Athleten wussten auf den ersten, flachen 6km wirklich nicht, wo sie mit ihren Stöcken hin sollten……aber das Tempo wurde glücklicherweise von den begleitenden Motorfahrzeugen tief gehalten. Sobald der Anstieg kam, wurde das Rennen freigegeben; allerdings war die Strasse zu Beginn nur einspurig befahrbar und so gab es ein ziemliches Gedränge. Anfangs war ich nur am Überholen, dann war ich ziemlich vorne, es gab mehr Platz, ich konnte meinen Rhythmus hochlaufen und damit war auch sofort das Vergnügen da! Aber der Puls war schon noch hoch:-)
Nach sehr wenig Schlaf (Aufstehen 3.30Uhr!!!), startete der 2. Tag wieder mit den Inlines, diesmal 30km flach. Ziemlich unbeabsichtigt war ich von Beginn weg im vorderen Teil des Feldes und hier war das Fahren wesentlich flüssiger und es gab nie ein Gedränge. Das Inlinen machte tatsächlich (!) Spass und ich war im Nu in Sion. Alle Inline-Etappen sturzfrei überstanden (!), ging ich erleichtert auf die Rennvelo-Strecke. Die gesamte RV-Strecke konnte ich mit Phillip, einem Couple Mann machen; das war sehr motivierend! In der ersten Abfahrt kam dann Christian (Couple und Trainingskollege) von hinten und fuhr „wie die Sau“ runter und wir halt irgendwie mit. Und so konnte ich im Tal auf Andrea und Sonja aufschliessen und mich beim Anstieg nach Crans Montana sogar leicht absetzen. Da die Oberschenkel doch leicht müde waren, freute ich mich auf das Schwimmen. Das Wasser war angenehm warm und die Beinmuskulatur konnte ein bisschen gelockert werden. Nach der 2. Schwimmrunde kamen dann allmählich immer mehr Athleten ins Wasser, es wurde im See hektischer und ich war froh, als ich fertig war! Danach war Laufen hoch auf die Pleine Morte angesagt. Ich war mit Trinkrucksack und Stöcken unterwegs (und beides war eigentlich überflüssig). Ich fand sofort meinen Rhythmus und konnte locker hinauf joggen/wandern. Es war natürlich ein speziell schöner Moment als erste Frau oben anzukommen und ich konnte das auch entsprechend geniessen! Mit Jürg und Flurin sind wir dann wieder zügig runter. Nach einen kurzen Verpflegungspause bin ich auf das Bike gestiegen um die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Nach einem kurzen Anstieg kam dann eine sehr lange und sehr technische Abfahrt. Da ich auf keinen Fall einen Platten haben wollte, bin ich ziemlich vorsichtig runter. Im Aufstieg nach Leukerbad ist Jakob (Couple und Sportkollege) von hinten gekommen, wir konnten gemeinsam hoch fahren, ein bisschen plaudern und schon waren wir im Ziel!
4 Minuten Vorsprung auf Andrea als 2. Frau war zwar nicht gerade viel, ich wusste aber, dass wenn ich am nächsten Tag nochmals die gleiche Leistung abrufen kann, es reichen wird:-) Nach einer kurzen Pause und Vorbereiten für den nächsten Tag sind wir nochmals zum Ziel um auf Sonja (Schwester, Trainingskollegin und Gigathlon-Single-Rookie!) zu warten. Und die Freude war natürlich riesig, sie gesund und munter anzutreffen!
Am 3. Tag war Start in Leukerbad um 5Uhr; also nicht viel mehr Schlaf. Aber meine Beine fühlten sich super an, (fast) keine Spur von Müdigkeit:-) Es war noch ziemlich frisch und so startete ich zügig in den ersten Anstieg. Über der Baumgrenze angekommen, hatte man einen unglaublich fantastischen Ausblick über die Walliser Berge! Nach einer technischen Passage konnte Andrea wieder zu mir aufschliessen. Beim 2. Anstieg war ich schneller, ging aber davon aus, dass sie wieder zu mir aufschliesst und wir zusammen nach Raron fahren. Sie kam aber nicht und nach meinen 4 Schwimmrunden im warmen Baggersee erfuhr ich, dass sie leider einen Platten hatte. Und da sie nicht wirklich eine gute Schwimmerin ist (sorry Andrea!), war mein Vorsprung auf einmal riesig. Trotzdem versuchte ich weiter mein Tempo durchzuziehen (man weiss ja nie, was noch so kommen kann…..). Die Velostrecke nach Zermatt war nicht wirklich toll: ich war die ganze Zeit allein, viele flache Passagen, Wind und vor Zermatt ging meinem Hinterreifen langsam die Luft aus (zum Glück nur ihm!). Es reichte jedoch bis in die Wechselzone. Dort entschied ich mich für meine allerleichtesten Laufschuhe (120gr!) und flog quasi den Berg hoch. Nein, im Ernst, ich hatte sofort wieder einen guten Rhythmus gefunden, es waren schöne Trails zum Laufen und ich hatte die ganze Zeit das Matterhorn im Blickfeld! Ungefähr bei Km 7 traf ich noch meine Eltern, die extra ins Wallis reisten, wenn schon beide Töchter so verrückte Sachen machen! Dann schloss ich allmählich auf die 5er Teams auf und konnte permanent die Läufer überholen. Und viele davon unterstützen mich zusätzlich, obwohl sie selber am Kämpfen waren (merci vielmal!). Mit der schnellsten Laufzeit aller Singles („bin fasch kli schtolz“) kam ich ohne Kriese, dafür mit enormer Freude auf dem Gornergrat an. Dort wurde ich von Yvonne (5er Team), einer langjährigen Laufkollegin, empfangen und zusammen genossen wir das geniale Panorama! Nach einer gemütlichen Zugfahrt nach Zermatt, machte ich mich für die letzte Etappe bereit und brachte noch mein RV zum Scott-Service: mein Pneu hatte einen Riss (aber natürlich hatten die keine 26er Pneus). Neuer Schlauch rein und hoffen, dass es bis Turtmann reicht…..Der Schlussanstieg die Moosalp hoch ging dann aber ehrlich gesagt nicht mehr sooo locker:-) und ich war froh, als ich endlich im Ziel angekommen bin. Die Stimmung dort war wieder mal einmalig und ich konnte meinen Zieleinlauf so richtig geniessen!
Pünktlich nach der Siegerehrung kam auch Sonja ins Ziel. Und zusammen mit Christof (8.!) freuten wir uns über die erbrachte Leistung und werden die nächsten Tage wohl ein bisschen die Beine hochlagern…….
Für mich persönlich war es bezüglich Routenwahl der schönste und eindrücklichste, aber auch anspruchsvollste Gigathlon. Mit einer guten Vorbereitung und viel Erfahrung konnte ich das Rennen optimal (=schnell+locker) angehen, das Ganze extrem geniessen (!) und auch noch gewinnen:-)
Ein RiesenDankeschön an alle, die mich am Wochenende von nah und fern unterstützt haben! Merci